Ditzinger Degenfechter gewinnen zum dritten Mal den Deutschlandpokal

Jubel! Laszlo Kovacs, Benedikt Joachim, Klaus Schäfer und Samuel Unterhauser (v.li.) feiern den Deutschlandpokal-Sieg.

Hanau. Im Fußball gibt es Bundesliga und DFB-Pokal, im Fechten die Deutsche Mannschafts-Meisterschaft und den Deutschlandpokal. Letzteren haben die TSF Ditzingen am Wochenende zum dritten Mal in ihrer Vereinsgeschichte gewonnen. Das Herrendegen-Team setzte sich in der Endrunde der besten acht in Hanau durch, die Ditzinger

Damen wurden in ihrer Konkurrenz Vierte.

Mit einem Urschrei reißt Benedikt Joachim die Maske vom Kopf, sinkt auf die Knie und ballt die Fäuste. Nach dem letzten Treffer zum Finalsieg gegen den PSV Berlin fällt die ganze Anspannung ab, und Sekunden später liegt sich das Ditzinger Quartett in den Armen. Einen 37:33-Vorsprung hat der 22-jährige Joachim ins Schlussgefecht der Stafette übernommen, der noch einmal gefährlich zusammenschmilzt. Auf der anderen Seite steht der 34-jährige Tino Anding, der in seiner Laufbahn auch schon bei Weltcup-Turnieren

unter den besten 30 zu finden war. Doch Benedikt Joachim hält dem Druck stand, auch als er zeitweise nur noch mit einem Treffer vorne liegt, und bringt das Finale schließlich mit 45:42 Treffern nach Hause. Hinter den Ditzingern liegt ein körperlich robust und mit extrem hohem Tempo geführtes Duell, in dem neben Benedikt Joachim vor allem der erst 15-jährige Samuel Unterhauser über sich hinauswächst.

Mit einem 4:3 nach Zeitablauf legt Benedikt Joachim zu Beginn gegen Michael Behrendt den Grundstein. „Das war wichtig, nicht gleich am Anfang einem Rückstand hinterherzulaufen“, meint Klaus Schäfer, der im Finale die Ersatzbank drückt. Samuel Unterhauser baut die knappe Führung gegen Tino Anding sogar auf 10:8 Treffer aus. Doch Berlin bleibt dran, und als der 48-jährige TSF-Routinier Laszlo Kovacs sich mit Thomas Behrendt duelliert, wird es hitzig. Einen regelwidrigen Rempler des Ditzingers übersieht die Kampfrichterin und erkennt stattdessen Kovacs’ Treffer an. Wenig später unterläuft ihr eine ähnliche Fehlentscheidung in die andere Richtung. Nachdem sich die beiden Kraftpakete bei einer knappen Ditzinger 15:14-Führung getrennt haben, und es auch zwischen Samuel Unterhauser und Michael Behrendt körperbetont zur Sache geht, verlangen die Berliner zwei zusätzliche Seitenrichter an der Bahn, die fortan die Kampfrichterin unterstützen.

Ditzingen bleibt im weiteren Verlauf des Finals stets mit einem bis zwei Treffern in Führung, nur einmal scheint die Partie zu kippen, als Kovacs drei Treffer in Folge kassiert und mit 22:26 in Rückstand gerät. Doch der Ungar behält kühlen Kopf, stellt seine Taktik um und übergibt sein Gefecht doch noch mit einem 30:27-Vorsprung.

Die Vorentscheidung fällt, als Samuel Unterhauser anschließend gegen Thomas Behrendt auf 35:30 davonzieht. Diesen Abstand können die Berliner in den beiden Schlussgefechten gegen Kovacs und Joachim nicht mehr wettmachen. Ditzingen, das sich zuvor im Viertelfinale gegen den MTV München (45:34) und im Halbfinale gegen den FC Bremen-Nord (45:27) jeweils deutlich durchgesetzt hat, feiert nach 2003 und 2006 seinen dritten Deutschlandpokal-Sieg im Herrendegen, wo zu Saisonbeginn 107 Man

nschaften in den Wettbewerb gestartet waren.

Die Ditzinger Damen, ebenfalls unter den besten acht von ursprünglich 54 Vereinen, verpassen ihren ersten Triumph hingegen bei der Endrunde nur knapp. Zwar gelingt Mareike Ziegler, Vanessa Berger, Pia Paul und Melanie Auracher bei der Endrunde ein überdeutlicher 45:17-Auftaktsieg gegen den Wiesbadener FC, doch danach tut sich die TSF-Equipe ausgerechnet gegen eine Mannschaft schwer, die sie bei den Deutschen Meisterschaften vor wenigen Wochen noch klar bezwungen hatte: 38:45 heißt

es im Halbfinale gegen den FC Leipzig, nachdem die TSF noch bis zum 32:35 in Schlagdistanz gelegen hatten. Ähnlich verläuft eine Stunde später das Gefecht um Platz drei, das der MTV München im Endspurt mit 45:34 für sich entscheidet. Den TSF-Damen bleibt somit nur der vierte Platz.

Einen kleinen Unterschied zum DFB-Pokal der Fußballer gibt es dann letztlich doch: Der Deutschlandpokal im Fechten ist als Breitensport-Wettbewerb angelegt. Fechter, die in den letzten drei Jahren dem Nationalkader angehörten, dürfen nicht eingesetzt werden. Und Vereine, die bei den Deutschen Mannschafts-Meisterschaften (Aktive) auf dem Podest standen, werden in derselben Waffe für drei Jahre vom Deutschlandpokal ausgeschlossen. Im Florett hatte Ditzingen die Endrunde jeweils verpasst, im Säbel waren die TSF nicht angetreten.

 

Eine Bildergalerie vom Finale gibt es auf unserer Facebook-Seite
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Keine Termine gefunden
2. Platz

Kerstin Greul


  Degen
Deutsche U17-Meisterschaften 2018
Osnabrück
5.5.2018
3. Platz

Bruno Kachur


  Florett
Deutsche Senioren-meisterschaften 2018
Bad Dürkheim 6.4.2018
2. Platz

Ronald Shapiro


Degen
Landesmeisterschaften Baden Nord/ Württemberg A-Jugend 2017/2018
Böblingen 17.3.2018
3. Platz

Bruno Kachur


  Degen
Deutsche Senioren-meisterschaften 2017
Bad Dürkheim 21./22.4.2017
1. Platz

Bruno Kachur


Herrendegen-Mannschaft
Senioren-Weltmeisterschaften
Stralsund
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